Daten-Hehlerei |
Cpt Tuttle
Filmvorführer
 

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Themenstarter
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Das Problem ist, dass Moral unterschiedlich wahrgenommen werden kann, während Gesetz nur einen begrenzten Auslegunsspielraum bietet. Darf der Staat unmoralisch handeln? Wer entscheidet denn, was unmoralisch ist? Manch einer findet es unmoralisch, in Afghanistan Krieg zu führen, ein anderer überhaupt Steuern zu erheben, der nächste findet Hartz IV unmoralisch.
Will sagen, Moral ist meiner Meinung nach im Endeffekt ein zu unpräziser Begriff.
Warum die Gesetze viel verbindlicher sind, leitet sich meiner Meinung nach folgendermaßen her. Die Gesetze, die wir haben, sind alle nach demokratischem Prinzip zu Stande gekommen. Daher stehen sie für das was wir als Volk für gut und richtig halten. Ob moralisch oder unmoralisch, Gesetze sind das, wonach sich der Staat richten muss, denn - das habe ich schon geschrieben - die Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Wenn man das einmal akzeptiert hat, ist eigentlich auch klar, dass kein Organ sich über die Gesetze hinwegsetzen darf, denn dann würde es den Rahmen dessen, was demokratisch legitimiert ist, verlassen.
Mit der Moral sieht es meines Erachtens anders aus. Ein staatliches Organ kann sehr wohl so handeln, dass es manche oder viele für unmoralisch halten würden. Wenn dieses Moralempfinden allerdings nicht in den demokratisch zustandegekommenen Gesetzen manifestiert ist, handelt der Staat in einem solchen Fall dennoch innerhalb des Rahmens seiner Befugnisse.
Besteht innerhalb der Bevölkerung ein hinreichend großer Konsens darüber, dass etwas unmoralisch ist, wird es auch nach gewisser Zeit mittels der Mechanismen der repräsentativen Demokratie ein entsprechendes Gesetz geben. Das wiederum ist dann ja demokratisch legitimiert und drückt das Moralempfinden einer Mehrheit aus, und ist somit nach dem Prinzip der Demokratie und des Pluralismus legitim. Dank des Gesetzesstatus erhält es dann Verbindlichkeit für alle.
Was ich als einzelner, oder als Minderheit moralisch oder unmoralisch finde, das ist für den Staat *zunächst* unerheblich.
Wer das nicht richtig findet, dem kann nur gesagt sein, dass das die Prinzipien sind, nach denen unser Staat funktioniert.
Noch ein Wort: natürlich ist das hier nur die grauer Theorie. Dass das in der Praxis auch tatsächlich so ist, kann man ja anzweifeln.
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05.02.2010 18:08 |
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Leonard_McCoy

Klammerhalter
  

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Ich kann Rita und Majorburns nicht zustimmen. Ich muss hier nochmal melden daß ich anderer Ansicht bin.
Genaue Begründung muss aber ausfallen, da ich sehr, sehr SEHR erschöpft bin.
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06.02.2010 21:32 |
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majorburns

Mauerseglerretterin mit Auszeichnung
    

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Hatte gestern ja beim Fruehstueck eine interessante Debatte mit Dr Schwede. Eergebnis: Wir haben den Stein der Weisen auch nicht gefunden
Werden wir wohl auch nicht mehr.
Einziges Ergebnis zu dem wir kamen: Garantiert unmoralisch und verbrecherisch handelt der Typ, der die Daten gestohlen hat und sie fuer teueres Geld verkauft.
Was die Moral angeht, hat Cpt Tuttle natuerlich recht: Wer bestimmt was moralisch ist und was nicht mehr? Wer ist der Waechter und Richter? Da unser Staat und unsere Gesetze und zumindest mein Leben auf christlicher Grundlage aufgebaut sind sag ich mal einfach, dass die Bibel und die christlichen Grundsaetze unsere Moral abgrenzen.
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07.02.2010 09:06 |
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Leonard_McCoy

Klammerhalter
  

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Ich bin ebenfalls Christ aus der Tiefe meines Glaubens behaupte ich daß der Staat nicht in erster Linie die Aufgabe hat, den reichten zu helfen noch mehr Geld der Gemeinschaft vorzuenthalten, sondern daß er in erster Linie die Aufgabe hat den ärmsten das nötigste zum Leben zu geben. Und in der Hinsicht ist die Bundesrepublik Deutschland von Jahr zu Jahr weniger handlungsfähig.
Wenn die Bankdaten nicht gekauft werden, ist das für weitere Steuersünder ein wunderbarer Ansporn... passiert ja nichts, unsere Behörden klemmen schon seit Jahrzehnten vor dem Schweizer Bankgeheimnis alle Schwänze ein! Dann verschwindet zukünftig noch mehr Geld in der Schweiz!
Und warum eine Straftat nicht automatisch ein Verbrechen ist, ganz einfach: Schon der Verdacht ein Verbrecher zu sein bedeutet gesellschaftliche Ächtung, durchaus nicht zu Unrecht.
Du, majorburns, willst jeden Straftäter als Verbrecher sehen, gut. Mich daher auch, denn ich bin schon Mofa gefahren ohne die Versicherung zu bezahlen! Persönlich habe ich keinen Bock daß kein er deswegen mehr mit mir reden will, aber na gut, Du willst es ja so haben...
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07.02.2010 15:22 |
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Cpt Tuttle
Filmvorführer
 

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| Zitat: |
| Verbrechen ist die subjektiv objektive Verletzung des Rechts in seiner besonderen und allgemeinen gesetzlichen Geltung in einem Maß, dass die rechtliche Selbstständigkeit der betroffenen Person oder Gemeinschaft grundlegend verändert wird (Kriminalrecht). Im deutschen Strafrecht werden gemäß § 12 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) als Verbrechen alle die gesetzlich normierten Delikte bewertet, bei denen eine Strafandrohung von mindestens einem Jahr Freiheitsstrafe besteht (z. B. Raub, Körperverletzung mit Todesfolge, schwere Brandstiftung, schwerer sexueller Missbrauch, Rechtsbeugung). |
Quelle: Wikipedia-Artikel "Verbrechen"
Das ist mal die rein formelle, juristische Definition. Daraus geht ja schon hervor, dass nicht jede Straftat ein Verbrechen ist.
Hier geht es aber denke ich mehr um eine moralische Interpretation: "Der Staat als Verbrecher" - im Sinne von der Staat als eine Person, die sich auf kriminelles Terrain begibt, das wird dann als unmoralisch angesehen. Allerdings kann man auch mit einigem Recht, wie Du Leonard, der Meinung sein, die Daten nicht zu kaufen ist verbrecherisch. Bedenkt man das Signal, das man mit einer Unterlassung setzen würde, ist das verständlich.
Ich find Deine Meinung zu dem Thema deshalb absolut respekatbel, auch wenn ich sie nicht ganz teile.
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07.02.2010 16:37 |
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majorburns

Mauerseglerretterin mit Auszeichnung
    

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| Zitat: |
Original von Cpt Tuttle
Allerdings kann man auch mit einigem Recht, wie Du Leonard, der Meinung sein, die Daten nicht zu kaufen ist verbrecherisch. |
Der Meinung bin ich nicht. Meiner Meinung nach ist es geradezu verbrecherisch die die Daten zu verkaufen. Der Typ der diese Menge Geld fuer die Daten verlangt ist doch selber verbrecherisch.
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07.02.2010 21:40 |
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rascal
Schreibstubenhengst


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| Zitat: |
Original von majorburns
| Zitat: |
Original von Cpt Tuttle
Allerdings kann man auch mit einigem Recht, wie Du Leonard, der Meinung sein, die Daten nicht zu kaufen ist verbrecherisch. |
Der Meinung bin ich nicht. Meiner Meinung nach ist es geradezu verbrecherisch die Daten zu verkaufen. Der Typ der diese Menge Geld fuer die Daten verlangt ist doch selber verbrecherisch. |
Ich denke auch, dass der Verkäufer und der Käufer der Daten nicht legal, sprich verbrecherisch, handeln. So etwas kann doch nicht angehen!
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08.02.2010 07:51 |
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